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Detailansicht Veranstaltung "Kräftemessen"

Veranstaltung

TitelKräftemessen
Untertitel100 Sächsische Grafiken
BeschreibungMit der diesjährigen Biennale haben wir das zweite Mal in Folge ein politisch zu denkendes Thema gesetzt. Nach Bei uns in Europa 2016 folgt in diesem Jahr: Kräftemessen.Die Ereignisse der letzten Wochen, die Chemnitz auf so unrühmliche Weise ins internationale Rampenlicht katapultiert haben, bestätigen die Notwendigkeit dieser bildnerischen Auseinandersetzung und Einübung eines generell zu steigernden gesellschaftlichen Bewusstseins und Austauschs. Kräfte messen im Normalfall zwei Gegner. Das Ziel beider ist der Sieg. Beide wollen die Auseinandersetzung und die Entscheidung. Die gesellschaftliche Dynamik in diesen Tagen ist eine etwas andere. Es wird immer klarer, dass die Konflikte auf der Straße nur die Vorhut des großen Messens an den Erfordernissen eines großen Friedens sind. Schleichende Prozesse aus sozialer Gleichgültigkeit entwickelten und offenbarten Ängste
und Konflikte, potentielle Quellen für Kräftemessen. Zuletzt standen hier in der Stadt die Demonstrationsblöcke einander gegenüber. Ohne Krawall, aber im bewussten Kräftemessen. Es blieb unentschieden, musste es sein, denn es ging nicht um die Zerstörung des Anderen, wie noch eine Woche zuvor. Das eigentliche Messen mit uns selbst kommt, wenn es darum geht, ob wir alle miteinander die Kraft aufbringen, diese Gesellschaft soweit zu befrieden, dass Toleranz und Respekt den Einsatz körperlicher Gewalt verdrängen und ein lebenswürdiges Leben für jeden das Ziel wird. Die kleinen Kräftemessen lehren, dass die Themen immer wieder angesprochen werden müssen. Und die Kunst dieser Biennale öffnet dazu einen weitgehend undogmatischen Kanal. Gesucht waren mit der diesjährigen Ausschreibung auch die Auswirkungen des Gegensätzlichen auf die eigene Bildproduktion – sei es in der Themenwahl, den Bildgegenständen, dem Erzählmodus, der gewählten Technik oder dem Einfluss kontrastierender, herausfordernder oder fremder Formen und Farbigkeiten. Die Auslober des Wettbewerbs zur Grafikbiennale interessierten sich, inwieweit
politische Anteilnahme Einfluss auf die Bildgestalten nimmt und wo sich für Künstler überhaupt die Felder des Kräftemessens auftun. Ist dieses Feld der Auseinandersetzung eines, das im Humor eine Ausdrucksform finden kann, wie es in den interventionistischen Bereichen der Straßenkunst längst gängige Methode ist? Teilnahmeberechtigt waren alle Künstlerinnen und Künstler, deren Schaffens- und Wirkungsschwerpunkt in Sachsen liegt. Eingereicht
werden konnten maximal vier einzeln oder als Zyklus konzipierte druckgrafische Blätter, die seit 2016 entstanden sind. Die ausgewählten Arbeiten zeigen, dass Künstlerinnen und Künstler dort, wo Begegnungen stattfinden, oft auch den Keim zum Kräftemessen empfinden oder beobachten. Viele dieser Begegnungen sind ganz natürlicher, kosmischer oder animalischer Art und dienen als metaphorische Beispiele. Andere nutzen das literarische Erbe, eröffnen abstrakte Diskurse, geben lakonische Statements oder spiegeln den Alltag. Andere messen sich mit den Produkten ihrer Phantasiewelten. Die Zahl junger Künstlerinnen und Künstler unter den Bewerbern nahm deutlich zu. Die Einreichungen dieses Jahres dokumentieren eine Tendenz, die von den Qualitäten der Vervielfältigbarkeit und Schnelligkeit der Produktion immer mehr abrückt in Richtung großformatiger, unikater, komplexer und verfeinerter Druckwerke.
Trägermaterialien wechseln und die Bildfindung basiert immer häufiger auf fotografischen Impulsen. Zum Wettbewerb der 12. Biennale hatten 146 Künstlerinnen und Künstler 379 Arbeiten eingereicht. Ausgewählt wurden Arbeiten
von 79 Künstlerinnen und Künstlern. Ein Ausgewählter zog nach der Juryentscheidung seine Arbeit zurück. Der Jury gehörten Oliver Kossack, Leiter der künstlerischen Werkstätten an der HGB Leipzig, Brigitta Milde, die Leiterin des Carlfriedrich-Claus-Archivs an den Kunstsammlungen Chemnitz, der Direktor des Kunstmuseums Moritzburg Halle/Saale Thomas Bauer-Friedrich, die Künstlerin und ehem. Professorin der HfBK Dresden Elke Hopfe sowie Mathias Lindner, Direktor der Neuen Sächsischen Galerie in Chemnitz an. Dank großzügiger Spenden konnten neun Preise für herausragende Arbeiten vergeben werden.
KategorieAusstellung/Messe - Malerei/Grafik/Plastik

Termin

BeginnFreitag, 15.02.2019 13.00 bis 18.00 Uhr

Veranstaltungsort

NameSoziokulturelles Zentrum Malzhaus, Galerie
Lage08527 Plauen
Alter Teich 7
KartenansichtVeranstaltungsort im Geoportal anzeigen
KontaktAlter Teich 7 - 9
08527 Plauen
Telefon: 03741-1532-0
Telefax: 03741-1532-11
E-Mail: info (at) malzhaus.de
Internetwww.malzhaus.de

Veranstalter

NameMalzhaus
KontaktAlter Teich 7-9
08527 Plauen
Telefon: 03741-15320
Telefax: 03741-153211
E-Mail: info (at) malzhaus.de
Internetwww.malzhaus.de