VORTRAG "Kartuschieranstalt Plauen der A.E.G., 19. Juli 1918 - zu Ursachen, Hergang und Folgen des schwersten Unglücks in der deutschen Rüstungsindustrie während des Ersten Weltkrieges"
Mit dem im Januar 2026 begonnenen Gesamtabriss des Gebäudes in der Ricarda-Huch-Straße 1, welches viele Jahre als imposantes Kernstück des Plauener Westends über den Dächern der Spitzenstadt thronte, endet eine Ära, die Generationen prägte. Der Historiker Gerd Naumann lädt am 06.02.2026 in der Fabrik der Fäden auf einen fachlichen Blick auf die dunkelste Geschichte des scheidenden Mahnmals der vogtländischen Industriekultur ein.
In einer früheren Glühlampenfabrik im Plauener Westend ließ die AEG ab 1917 Treibladungen für Minenwerfer-Munition fertigen.
Infolge der Vernachlässigung von Sicherheitsvorschriften und Verwendung minderwertigen Materials brach am 19. Juli 1918 ein verheerendes Feuer aus, dem über 300 Menschen, vor allem junge Frauen und Mädchen, zu Opfer fielen.
Trotz intensiver Untersuchungen von Experten unmittelbar nach dem Ereignis konnte die eigentliche Brandursache seinerzeit nicht festgestellt werden.
2020, weit über 100 Jahre nach dem Unglück, wurden die historischen Dokumente einer erneuten Sichtung und Bewertung unterzogen. Durch Herausarbeitung 1918 möglicherweise übersehener oder nicht als relevant betrachteter Fakten und Zusammenhänge konnte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die genaue Brandursache festgestellt werden.
Referent: Gerd Naumann